150-Item-Fragebogen deckt verdeckte Zielgruppenbedürfnisse und Schamschwellen auf, und weist ein direktes Marktinteresse von knapp 30 % nach.
Wissenschaftliche Untersuchung im Auftrag eines Healthcare-Startups für eine Online-Plattform rund um Intimität, Körper & Geist
Die Ausgangslage & Wissenslücke
Ein innovatives Healthcare-Startup plante die Entwicklung eines digitalen Online-Programms zur Verbesserung des intimen Wohlbefindens. Das Ziel: Personen gezielt bei der Steigerung ihrer sexuellen Zufriedenheit und Lebensqualität zu unterstützen.
Vor dem Launch und dem Einsatz von Entwicklungs- sowie Marketingbudgets stand das Team vor einer zentralen Hürde: Das Thema Sexualität ist nach wie vor mit Tabus, Schamgefühl und sozialer Erwünschtheit behaftet. In herkömmlichen Umfragen neigen Befragte dazu, ihr intimes Erleben, die Frequenz oder Probleme schönzureden oder gar nicht erst ehrlich zu antworten.
Bei der Fragebogenkonstruktion treten rasch psychologische Verzerrungen auf:
- Wie leicht und angenehm lässt sich eine Frage beantworten?
- In welcher Reihenfolge stehen die Fragen?
- Wie verhindert man unüberlegte oder „sozial erwünschte“ Antworten?
Klassische Standard-Fragebögen reichen bei tabuisierten Inhalten nicht aus. Um herauszufinden, ob für das geplante Produkt überhaupt eine ausreichende Zahlungsbereitschaft existiert und welche Inhalte gewünscht werden, beauftragte das Startup das BIFI mit einer exakten, wissenschaftlich fundierten Befragungsstudie im deutschsprachigen Raum.
Die BIFI-Methodik & Durchführung
Um die Schamschwellen der Befragten abzubauen und ungeschönte Antworten zu erhalten, entwickelte das Psycholog*innen-Team des BIFI ein maßgeschneidertes Erfassungsinstrument:
Zielgruppen-Panel → 150-Item Fragebogen (Anonym) → Statistische Segmentierung → Strategische Ableitung
- Vollständig anonyme Befragung:
Die Datenerfassung erfolgte über einen 150 Items starken Fragebogen. Die Anonymität stellte sicher, dass Befragte ehrlich über ihr Intimleben berichteten. - Repräsentative Stichprobe:
Die Zusammensetzung bildete die Lebensrealität realistisch ab: 71 % der Befragten waren liiert, 29 % Single. Zudem waren 65 % kinderlos und 35 % Eltern. - Ausbalanciertes Fragen-Design:
Durch geschulte Frageformulierungen und eine psychologisch durchdachte Reihenfolge wurden Antworttendenzen neutralisiert. - Vergleich von Klischees & Realität:
Bei der Auswertung wurden Geschlecht, Beziehungsstatus und Elternschaft gezielt untersucht, um gängige Rollenklischees mit den tatsächlichen Verhaltensweisen abzugleichen.
Ergebnisse & Strategische Erkenntnisse
Die Befragung veränderte den Blick auf den Markt grundlegend und lieferte eindeutige Daten für das Geschäftsmodell:
- Nachgewiesenes Marktpotenzial
Fast 30 % der Befragten gaben an, dass sie sich „wahrscheinlich bis sehr wahrscheinlich“ Unterstützung über ein solches digitales Portal suchen würden. Der Bedarf für das geplante Angebot war damit empirisch nachgewiesen. - Entdeckung der Kernzielgruppe: Eltern
Die Daten zeigten ein deutliches Ergebnis: Eltern ist ein befriedigendes Sexualleben signifikant wichtiger als Kinderlosen. Gleichzeitig bewerten sie ihr aktuelles Intimleben im Alltag als schlechter. Diese Diskrepanz macht Eltern zur wichtigsten und aufnahmebereitesten Zielgruppe für das Portal. - Klare Präferenzen bei Formaten
Im Ranking der gewünschten Angebote lagen diskrete, flexible Formate ganz vorne:
Sehr gefragt: Ratgeber-Websites, Tipps von Freunden, Video-Tutorials und Bücher.
Wenig gefragt: Öffentliche oder aufwendige Formate wie Wochenend-Kurse und Trainingsgruppen belegten die letzten Plätze. (Diese Erkenntnis bewahrte das Startup vor teuren Fehlentwicklungen). - Wichtige Befunde nach Zielgruppen-Segmenten
Die psychometrische Auswertung deckte tief sitzende Verhaltensrealitäten auf, die wichtige Implikationen für die Produktentwicklung und Marketingansprache liefern:
- Eltern vs. Kinderlose:
Bei der Zielgruppe der Eltern zeigt sich eine besonders hohe Relevanz des Intimlebens, gepaart mit einer vergleichsweise geringen aktuellen Zufriedenheit im Alltagsstress. Für das digitale Geschäftsmodell ergibt sich daraus die klare Chance, das Angebot als zeitlich flexiblen, diskreten Begleiter speziell für Paare mit Kindern zu positionieren. - Singles & Beziehung:
Ein Drittel der befragten Singles gibt an, maximal einmal im Jahr Sex zu haben, und mehr als ein Drittel der Single-Frauen befindet sich aktuell gar nicht auf Partnersuche. Inhalte des Portals sollten daher nicht rein auf Paardynamiken fokussiert sein, sondern auch Themen rund um Single-Health, Selbstfürsorge und persönliche Weiterentwicklung abdecken. - Differenzierte Anziehungspunkte:
Während sich Frauen tendenziell stärker durch Sex-Toys sowie einen sportlichen Körperbau angesprochen fühlen, reagieren Männer signifikant stärker auf akustische Reize (wie Stöhnen) und spezifische körperliche Merkmale. Diese Befunde ermöglichen eine sehr zielgerichtete und geschlechterspezifische Aufbereitung der digitalen Audio- und Video-Tutorials.
Strategischer ROI
Das Studiendesign schützte das Startup vor fehlerhaften Grundannahmen und Fehl-Investitionen. Die klare Absicherung der 30 % Nachfrage und die Ablehnung von Präsenz-Trainings halfen dabei, das Budget zielgerichtet in die Entwicklung digitaler Ratgeber-Formate und Video-Inhalte zu stecken. Zudem konnte die Vermarktung von Beginn an direkt auf die kaufbereite Kernzielgruppe der Eltern ausgerichtet werden.
Sichern Sie Ihren Markteintritt empirisch ab.
Sensible Themen und unentdeckte Zielgruppenmärkte erfordern fehlerfreie Erhebungsinstrumente abseits sozialer Erwünschtheit. Sprechen Sie mit unserem Forschungsteam über die methodische Absicherung Ihres digitalen Geschäftsmodells.