Entwicklung eines multidimensionalen, DQR/EQR-kompatiblen Kompetenzrasters und datenbasierte Skill-Modellierung mittels Gamification-Ansatz

Statistisches Kompetenzmodell (Ciriculum) entwickelt: Wie die Daten aus dem Gamification-Tool „SKILL SWPR“ Persönlichkeitsdimensionen mit konkreten IT-Fertigkeiten verknüpfen.

Langzeitprojekt zur Begleitung des neuartigen Studienkonzepts und zur Notentransformation an einer privaten Hochschule

Die Ausgangslage & Wissenslücke

Die CODE University ist eine staatlich akkreditierte, private Hochschule für digitale Vorreiter*innen. Ihr Bildungsansatz basiert auf erfahrungsbasiertem Lernen: Studierende erarbeiten sich Wissen nicht in klassischen Vorlesungen, sondern lösen reale Projekte in Teams.

Aus diesem innovativen Konzept ergab sich eine doppelte Herausforderung:

  1. Das Eingangs-Assessment-Problem:
    Wie erkennt man im Auswahlverfahren, ob Bewerber*innen die nötige Neugier und die passenden Persönlichkeitsmerkmale für dieses selbstorganisierte Studium mitbringen?
  2. Das Ausgangs-Evaluations-Problem:
    Wie übersetzt man in einem Projektstudium erlernte Fähigkeiten in ein verständliches „Zeugnis“?
    Wie können sich zukünftige Arbeitgeber ein klares Bild von den Soft und Hard Skills der Absolvent*innen machen?

Herkömmliche Notenzeugnisse greifen bei agilen Projekten zu kurz. Es fehlte ein wissenschaftlich fundiertes Format, das die vielschichtigen Kompetenzen der Studierenden greifbar und vergleichbar darstellt. Das BIFI wurde in einem Langzeitprojekt beauftragt, in enger Zusammenarbeit mit den Lehrenden der CODE University eine Lösung für diese Fragen zu entwickeln.

Die BIFI-Methodik & Durchführung

Um die Anforderungen der Praxis und der Lehre zusammenzubringen, wählte das BIFI einen mehrstufigen Forschungsansatz:

Employer Interviews & Poster-Typologien → CTO-Gamification (‚SKILL SWPR‘) → DQR/EQR-Kompetenzmodell (‚Ciriculum‘)

  1. Arbeitgeber-Typologien für den Campus
    In Tiefeninterviews mit unterschiedlichen Unternehmen (vom Freelancer über Start-ups und Agenturen bis hin zu Großkonzernen) wurden die Anforderungsprofile des Arbeitsmarktes analysiert. Die Ergebnisse wurden als menschengroße Posterwände direkt in der Universität aufgestellt. So hatten die Studierenden im Alltag vor Augen, welche Berufsfelder zu ihren persönlichen Präferenzen passen.
  2. Datengenerierung über Gamification: Der ‚SKILL SWPR‘
    Um zu verstehen, wie internationale Chief Technology Officer (CTOs) übergeordnete Kompetenzen (wie Teamfähigkeit oder Problemlösungskompetenz) mit konkreten Fertigkeiten (wie Programmiersprachen) verknüpfen, entwickelten wir ein spielerisches Erfassungstool: den ‚SKILL SWPR‘. Diese Anwendung ermöglichte es den stark beschäftigten Tech-Verantwortlichen, Kompetenzen unkompliziert „zwischen Tür und Angel“ zu bewerten.
  3. Statistische Modellierung
    Auf Basis der Daten aus dem ‚SKILL SWPR‘ analysierten wir die Zusammenhänge über vier Ebenen hinweg: Von abstrakten Persönlichkeitsmerkmalen bis hin zu konkret messbaren Fertigkeiten.

Ergebnisse & Mehrwert: Das ‚Ciriculum‘

Wir entwickelten als Lösung das Ciriculum, einen multidimensionalen Kompetenzkreis, der Hard und Soft Skills anschaulich miteinander verbindet:

  • Von innen nach außen gedacht:
    Der Kompetenzkreis baut auf den inneren Persönlichkeitsdimensionen auf und wächst nach außen hin zu konkreten, am Markt gefragten Fertigkeiten.
  • Studiengangsübergreifend:
    Da die drei Studiengänge der CODE University eng miteinander verwoben sind, führt das Ciriculum die Ergebnisse in einer gemeinsamen, übersichtlichen Darstellung zusammen.
  • DQR/EQR-Kompatibilität:
    Das Raster wurde mit dem Deutschen und Europäischen Qualifikationsrahmen (DQR/EQR) abgestimmt, was die akademische Vergleichbarkeit der Abschlüsse sichert.
  • Basis für die Lehre:
    Die Ergebnisse dienten den Fachbereichen der Hochschule direkt als Grundlage für die konkrete Modul- und Lehrplanung.

Strategischer ROI

Mit dem ‚Ciriculum‘ erhielt die CODE University ein Instrument, das den Lernerfolg des erfahrungsbasierten Studiums transparent demonstriert. Zudem aber auch für den Arbeitsmarkt einen messbaren Mehrwert auf verschiedenen Ebenen:

  • Fundiertes Eingangs-Assessment:
    Durch die Erfassung der zugrundeliegenden Persönlichkeitsdimensionen und der individuellen Lernmotivation können passende Talente bereits vor dem Studium zielgerichtet identifiziert werden, völlig unabhängig von klassischen Schulnoten, die bei innovativen Tech-Studiengängen oft nur wenig Aussagekraft besitzen.
  • Aussagekräftige Ausgangs-Evaluation:
    Anstelle starrer, eindimensionaler Notenzeugnisse bietet der mehrdimensionale Kompetenzkreis den Absolventinnen und Absolventen ein anschauliches Profil. Sie können ihre Hard und Soft Skills gegenüber zukünftigen Arbeitgebern lückenlos und differenziert nachweisen, was Unklarheiten im Bewerbungsprozess ausräumt.
  • Praxisnahe berufliche Orientierung:
    Die auf dem Campus verankerten Arbeitgeber-Typologien geben den Studierenden schon während des Studiums eine konkrete Orientierung. Sie erkennen frühzeitig, welches berufliche Umfeld (vom flexiblen Start-up bis zum etablierten Großkonzern) am besten zu ihrem individuellen Kompetenzprofil passt.

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Code University
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