Kontinuierliche UX-Evaluation und psychografische Typenprofilierung im agilen Entwicklungsprozess einer zentralen Gründerplattform

Bessere Nutzerführung durch Live-Erkenntnisse im UX-Labor. Wie unmittelbares Feedback aus Usability-Tests kognitive Hürden abbaut und komplexe Abläufe vereinfacht.

Wissenschaftliche UX-Begleitstudie zur Sicherung von Usability und Nutzerzentrierung im öffentlichen Auftrag

Die Ausgangslage & Wissenslücke

Die Gründerplattform ist ein zentrales Online-Angebot, das Menschen auf dem Weg in die Selbstständigkeit von der ersten Idee bis zur Umsetzung begleitet. Die Plattform soll den Gründungsprozess spürbar vereinfachen und Mut zum Unternehmertum machen. Das Angebot umfasst unter anderem Inspiration zur Ideenentwicklung, Praxisbeispiele per Video, Vorlagen für unternehmerische Fragen, einen Businessplan-Baukasten sowie Unterstützung bei der Finanzierungssuche.

Die Plattform wurde in fünf Modulen agil und iterativ entwickelt. Die zentrale Wissenslücke lag darin, dass vor der breiten Einführung nicht klar war, wie gut sich die geplanten Funktionen im echten Anwendungsalltag bewähren:

  • Wo treten beim Ausfüllen oder Suchen Missverständnisse oder Orientierungsverluste auf?
  • Verstehen Nutzerinnen und Nutzer die Logik der einzelnen Werkzeuge auf Anhieb?
  • Wie unterscheiden sich die Bedürfnisse je nach Fortschritt der Gründungsidee?

Reine Online-Befragungen reichen hier nicht aus, da sie das reale Verhalten am Bildschirm nicht abbilden. Ohne direkte Tests am Produkt bestand das Risiko, dass Funktionen am Bedarf der Zielgruppe vorbeientwickelt werden. Das BIFI wurde beauftragt, den Entwicklungsprozess mit wissenschaftlichen UX-Studien fortlaufend zu begleiten.

Die BIFI-Methodik & Durchführung

Um wertvolles Feedback für die agilen Entwicklungs-Sprints zu liefern, setzte das BIFI auf ein mehrstufiges Untersuchungsdesign in professionellen Testräumen:

Zielgruppen-Screener → Psychografisches Typeninterview → Usability-Lab: Lautes Denken & Verhalten

  1. Gezielte Rekrutierung:
    Die potenziellen Endnutzer*innen wurden passgenau nach ihrem aktuellen Status rekrutiert – von der ersten vagen Idee bis hin zur konkreten Umsetzungsphase.
  2. Psychografische Typenprofilierung:
    Zu Beginn jedes 60- bis 90-minütigen Einzelinterviews führte das BIFI persönliche Gespräche zu Vorerfahrungen, Einstellungen und persönlichen Motiven. Diese Typenmatrix half dabei, die Wünsche an die Plattform besser einzuschätzen und das spätere Feedback richtig zu gewichten.
  3. Usability-Testing im Labor:
    Die Teilnehmenden bearbeiteten konkrete Aufgaben auf der Plattform. Über die Methode des Lauten Denkens, die Messung von Erfolgsraten bei Aufgaben sowie die direkte Beobachtung des Klick- und Nutzungsverhaltens wurden Hürden präzise aufgedeckt.
  4. Live-Übertragung für das Team:
    Die Tests wurden live in einen Beobachtungsraum übertragen. Dadurch konnten Entwicklerteams und Projektverantwortliche das Nutzerverhalten direkt mitverfolgen.

Ergebnisse & Mehrwert

Die fortlaufende Begleitung lieferte direkte Handlungsempfehlungen für die Optimierung der fünf Module:

  • Unmittelbare Anpassungen:
    Erkenntnisse konnten teilweise noch am selben Tag besprochen und je nach Aufwand direkt im nächsten Entwicklungs-Sprint umgesetzt werden.
  • Bessere Workflows & Prozesslogik:
    Die Studien zeigten, in welcher Reihenfolge Funktionen am logischsten genutzt werden, was zu einer verständlicheren Nutzerführung führte.
  • Klare Orientierung bei komplexen Themen:
    Stolpersteine beim Verständnis von Finanzierungs- und Businessplan-Tools wurden identifiziert und durch gezielte Anpassungen bei Texten, Layout und Hilfestellungen behoben.
  • Gezielte Optimierung der Kriterien:
    Es wurden konkrete Empfehlungen zu Grundverständnis, ästhetischem Anspruch, Inspirationskraft und der Erkennbarkeit von Funktionen erarbeitet.

Strategischer ROI

Durch die kontinuierliche UX-Begleitung des BIFI wurde die digitale Plattform exakt auf die psychologischen und kognitiven Bedürfnisse der heterogenen Zielgruppe kalibriert. Das Institut lieferte den Projektverantwortlichen ein unanfechtbares Navigationsinstrument, um Usability-Hürden und Informationsasymmetrien durch gezielte technologische Anpassungen zu neutralisieren.

Der messbare ROI

Durch die Begleitung des BIFI wurde die Gründerplattform konsequent an den echten Bedürfnissen der Gründer*innen ausgerichtet. Die frühzeitige Aufdeckung von Usability-Problemen verhinderte teure Nachbesserungen nach dem Go-Live, senkte die Orientierungsaufwände der Nutzer deutlich und stellte sicher, dass die Werkzeuge der Plattform gerne und erfolgreich genutzt werden.

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