Skalierbares, dreistufiges Allokations-Spektrum identifiziert. Das datenbasierte algorithmische Potentialmodell dechiffriert das exakte strukturelle Marktvolumen und die Barrieren potenziell vermittelbarer Klient*innen.
Realisiert im Rahmen eines staatlichen Transfer-Förderprogramms zur digitalen und methodischen Transformation im Auftrag von AVP Berlin.
Die Ausgangslage & Wissenslücke
Die AVP Berlin operiert in einem hochkomplexen, staatlich regulierten Ökosystem: dem Markt für geförderte Arbeitsvermittlung und Aktivierung über den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS). Obwohl ein enormes theoretisches Marktvolumen durch offene Stellen und gemeldete Arbeitslose existiert, stand das Unternehmen vor einer strategischen Blackbox.
Die fundamentale Wissenslücke lag in der Diskrepanz zwischen makroökonomischen Angebot und mikroökonomischer Teilnahmemotivation. Klassische Branchenanalysen erfassen lediglich aggregierte Meldedaten der Bundesagentur für Arbeit, vernachlässigen jedoch die intrinsischen und extrinsischen Barrieren der Zielgruppe. Es fehlte ein mathematisch fundiertes Modell, das:
- Den tatsächlichen operativen Flaschenhals (Bottleneck) zwischen der Stellenseite (Arbeitgeber) und der Aktivierungsseite (Klient*innen) isoliert
- Die psychologischen und prozessualen Treiber und Hemmstoffe der potenziellen Maßnahmenteilnehmer empirisch entschlüsselt.
Das BIFI wurde beauftragt, durch eine Verschränkung aus makroökonomischer Desk Research und einer quantitativen empirischen Primärerhebung das reale, ausschöpfbare Marktpotenzial mathematisch zu modellieren.
BIFI Methodik & Technologie
Zur Schließung dieser Forschungslücke konzipierte das BIFI ein zweistufiges, methodisch rigoroses Untersuchungsdesign, das mathematische Modellierung mit psychologischer Barrieren-Forschung verbindet.
Desk Research: Makro-Daten → Primärerhebung: Motivation/Barrieren → Mathematisches Szenarien-Modell
Stufe 1: Daten-Synthese & Desk Research
Konsoldierung und Bereinigung von Primärdaten der Bundesagentur für Arbeit, des IAB und der DAkkS, um die regionalen und strukturellen Angebots- und Nachfrageüberhänge im Bereich AVGS-PAV präzise zu kartografieren. Ergänzend beantragte das BIFI über exklusive institutionelle Zugangswege forschungsspezifische Sonder-Datensätze, die für reguläre Marktteilnehmer nicht zugänglich sind. Durch dieses tiefe methodische Insider-Wissen über behördliche Datenstrukturen konnte eine unerreicht valide makroökonomische Datenbasis geschaffen werden.
Stufe 2: Quantitative empirische Primärerhebung
Standardisierte Befragung der Zielgruppe zur exakten psychografischen Profilierung der Teilnahmemotivation. Die Operationalisierung des Fragebogens basierte auf etablierten verhaltens- wissenschaftlichen Motivationstheorien, um die psychologischen Mechanismen der Probanden tiefenwirksam zu dekonstruieren. Über dieses theoretisch fundierte Kategoriensystem der Friktionen wurden Prozessbarrieren (z.B. bürokratischer Aufwand beim Jobcenter) und motivationale Mismatch-Faktoren isoliert und in einem mathematischen Akzeptanzmodell abgebildet.
Das BIFI-Szenarien-Modell (The Engine)
Die gewonnenen Daten flossen in eine dreistufige algorithmische Potenzialberechnung (Low-Case, Mid-Case, High-Case) ein. Dieses mathematische Allokationsmodell basierte auf einer strengen, stufenweisen Filterung nach individuellen Barriere- und Skeptiker-Graden innerhalb der Zielpopulation:
Konservatives Szenario (Low-Case):
Strikte Bereinigung der Stichprobe unter komplettem Ausschluss aller Personen, die in der Erhebung auch nur minimale Skepsis oder Ambivalenz zeigten.
Progressives Szenario (High-Case):
Ermittlung des maximalen Marktpotenzials, bei dem ausschließlich jene Segmente herausgerechnet wurden, die eine Inanspruchnahme der Förderung explizit und kategorisch verweigerten.
Empirische Ergebnisse & Marktrealität
Die Erhebung des BIFI lieferte der Auftraggeberin bahnbrechende, direkt operationalisierbare Erkenntnisse über die Struktur ihres Zielmarktes unter strikter Wahrung der datenseitigen Vertraulichkeit:
Isolierung des operativen Engpasses
Das BIFI-Modell deckte auf, dass der primäre Flaschenhals derzeit nicht auf der Nachfrageseite (Klient*innen), sondern auf der Angebotsseite (Stellenvakanzen & Arbeitgeberakquise) liegt.
Mathematische Marktpotenzial-Szenarien
Das Allokationsmodell definierte das reale Marktvolumen in drei präzisen Stufen:
Konservativer Status Quo (Low-Case):
Ermittlung des unmittelbar und barrierefrei zugänglichen Kernpotenzials innerhalb der Zielgruppe.
Teil-Aktivierungs-Szenario (Mid-Case):
Nachweis eines signifikant erweiterbaren Marktvolumens, das durch eine gezielte, moderate Reduktion von bürokratischen und kommunikativen Friktionen freigesetzt werden kann.
Optimale Allokation (High-Case):
Mathematische Modellierung des maximal erreichbaren Marktpotenzials unter der Voraussetzung einer lückenlosen, digital gestützten Prozessbegleitung.
Entschlüsselung der „Ambivalenten Zielgruppe“
Die empirische Analyse zeigte, dass die überwältigende Mehrheit der potenziellen Klient*innen grundsätzlich motiviert sind, den Prozess jedoch aufgrund von bürokratischen Hürden und mangelnder Nutzenkommunikation vorzeitig abbrechen.
Validierte Potenzial- und Barrieren-Matrix
Durch die Synthese der empirischen Primärdaten und des Kategoriensystems der Friktionen gelang es dem Institut, die vielschichtigen Marktbarrieren in präzise, strategische Handlungsfelder zu übersetzen. Das BIFI lieferte der Auftraggeberin ein klares empirisches Fundament, um die identifizierten prozessualen Hürden bei der Antragsstellung sowie bestehende Informationsasymmetrien durch gezielte operative Hebel zu neutralisieren. Die datenbasierte Evaluation wies nach, dass eine radikale, digitale Vereinfachung der administrativen Prozesse und eine barrierefreie Nutzenkommunikation die primären Katalysatoren darstellen, um die hohe Absprungrate innerhalb der latent motivierten Zielgruppe drastisch zu senken. Gekoppelt mit strategischen Empfehlungen zur Überwindung struktureller und regionaler Mismatch-Faktoren im Vermittlungsprozess, erhielt das Unternehmen einen validierten Fahrplan, um ungenutzte Marktpotenziale systematisch zu erschließen und die Allokationseffizienz auf ein Maximum zu steigern.
Strategischer ROI
Die vom BIFI bereitgestellte Marktpotenzial-Modellierung liefert dem Management ein unanfechtbares strategisches Navigationsinstrument für die künftige Ressourcen- und Budgetallokation. Die Studienergebnisse bewahren das Unternehmen vor folgenschweren Fehlinvestitionen in ineffiziente Werbekampagnen. Stattdessen definieren die Daten einen klaren empirischen Fahrplan: Sie ermöglichen es, Kapazitäten exakt auf das Aufbrechen des realen Stellen-Engpasses zu fokussieren und treffsichere Konzepte für digitale Assistenzsysteme abzuleiten. Das BIFI sichert damit das Skalierungs-Investment nachhaltig ab und maximiert die operative Effizienz.
„Die Zusammenarbeit hat uns wertvolle Impulse für die strategische Weiterentwicklung unseres Angebots gegeben. Besonders hilfreich waren die wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse zu unterschiedlichen Motivationstypen und deren Bedeutung für eine zielgerichtete Ansprache unserer Zielgruppen. Die Ergebnisse fließen bis heute in unsere strategische Arbeit ein.“
– AVP Berlin
Sichern Sie Ihren Markteintritt empirisch ab
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