Sex -
Let’s talk about it, Baby

Sex - <br/>Let’s talk about it, Baby


Ausgangssituation und Methodik:

In der Fragebogenkonstruktion sind zahlreiche psychologische Verzerrungen zu berücksichtigen. Menschen verschiedener Kulturkreise zeigen unterschiedliche Antworttendenzen. Je nach der Formulierung von Fragen werden bestimmte Antworten (unabhängig vom Inhalt der Frage) wahrscheinlicher. Die einfache und angenehme Beantwortbarkeit hat einen hohen Einfluss auf die Antworten. Und die Fragenreihenfolge bestimmt essentiell, wie valide die Antworten sind.

Diese psychologischen Verzerrungen so weit wie möglich zu neutralisieren und dabei trotzdem das ökonomischste Erfassungsformat für unsere Auftrageber:innen zu ermöglichen - dies ist die Spezialkompetenz unseres Psycholog:innen-Teams.

Wenn es sich um tabuisierte Inhalte handelt, ist die Erlangung, wahrer, unverzerrter und aussagekräftiger Informationen besonders komplex. In der vorliegenden Studie war das Ziel, ein erfolgreiches Geschäftsmodell auf der Value Proposition eines verbesserten Sexuallebens der Nutzer:innen aufzubauen. Wie immer ist es dafür essentiell, die Bedürfnisse und Wünsche der Zielgruppe genau zu verstehen.

Daher sollte eine Online-Befragung im deutschsprachigen Raum wichtige und erkenntnisreiche Insights über das Sexleben der Deutschen generieren und präsente Probleme im Rahmen dieses mehrheitlich als Tabuthema angesehenen Gebiets näher untersuchen. Einige allgemeingültige Ergebnisse sollen hier vorgestellt werden.


Umsetzung der Studie:

Die Datenerfassung wurde mittels eines 150 Items starken Fragebogens realisiert, um Anonymität zu gewährleisten. 71% der Befragten waren liiert, 29% Single. 65% waren kinderlos und 35% Eltern.




Die Fragebogenstudie ermöglichte es, eine große Anzahl von Personen zu befragen und Es sollten u. a. zuverlässige Aussagen über die Wahrnehmung der Eigenschaften des Produktes sowie die Zahlungsbereitschaft zu treffen. 

Sexualität ist in Deutschland um ein sensibles Thema. Es war davon auszugehen, dass Antworten auf diesbezügliche Fragen stark durch soziale Erwünschtheit und Scham verzerrt sein würden. Dementsprechend zeichnete sich das Projekt neben dem speziellen Thema weiterhin dadurch aus, psychologisch geschulte und wissenschaftlich exakten Frageformulierungen zu kreieren.


Ergebnisse:

Das Thema der Studie ist mit zahlreichen Geschlechter-Klischees behaftet. Es wurden jedoch sowohl erwartungskonforme, als auch erwartungsbrechende Ergebnisse wurden gefunden. Einige spannende Auszüge haben wir hier für Sie gelistet.  Bei der Lektüre dürfen Sie selbst überlegen: Was würde ich aus den gängigen Klischees erwarten? Hätte ich das gedacht?


Die Deutschen

Ein befriedigendes Sexualleben ist den Deutschen enorm wichtig! Der Status Quo lässt dagegen zu wünschen übrig. Eine Frequenzsteigerung ist erwünscht. Der eigene Selbstwert im Bett ist relativ hoch.





 

Geschlechter

Frauen halten sich tendenziell für besser im Bett als die Männer. Sie haben in etwas weniger Sex als Männer. Männer wünschen sich mehr Sex als Frauen. 

Männer beurteilen ihre Partner:innen tendenziell strenger.  Frauen halten sich selbst und den Partner für treuer als Männer dies tun.


                  

                

Beziehungsstatus

Die befragten Singles sind tendenziell zufrieden mit ihrem Status, Frauen aber mehr als Männer. Ein Drittel der Singles in Deutschland haben einmal im Jahr und weniger Sex. Singles halten sich für besser im Bett als Liierte. 

Mehr als ein Drittel aller Single-Frauen geben an, ‚gar nicht‘ auf Partnersuche zu sein. 24% der Männer sowie 15% der Frauen suchen ‚intensiv’ bis ‚sehr intensiv‘.


                


Elternschaft

Eltern ist ein befriedigendes Sexleben signifikant wichtiger als Kinderlosen. In Kombination mit dem Fakt, dass Eltern ihr aktuelles Sexualleben tendenziell schlechter als die Kinderlosen bewerten, qualifiziert sie das als besonders interessante Zielgruppe für das geplante Produkt.


Anziehungskraft

Gerade an den vorderen Stellen gleichen sich die Anziehungspunkte für Männer und Frauen. An der Anzahl der Nennungen wird aber auch die höhere Bedeutung äußerer körperlicher Merkmale für Männer deutlich. Ein sportlicher Körperbau ist für Frauen wichtiger, aber für einzelne Merkmale wie Po, Brust und Beine gaben Männer signifikant höhere Werte an. Sex-Spielzeuge sind anziehender für Frauen, Stöhnen für die Männer. Frauen fühlen sich durch seltenere Praktiken tendenziell stärker abgestoßen.




Conclusio:

Für unsere Auftraggeberin waren v. a. die Ableitungen für das Geschäftsmodell mehrwertstiftend. Der Bedarf für das in der Studie vorgestellte Online-Programm ist signifikant vorhanden. Fast 30% der Befragten gaben an, sich wahrscheinlich bis sehr wahrscheinlich über ein derartiges Programm Unterstützung suchen zu wollen. Im Ranking der möglichen Unterstützungsangebote des Programms liegen Ratgeber-Website und Tipps von Freunden klar vorn. Auch Ratgeber-Bücher und Sexualtherapeuten sowie Video-Tutorials sind beliebt. Weniger beliebt sind Sex-Coaches, und auf den letzten Plätzen Wochenend-Kurse und Trainingsprogramme.


Fazit:

Mit dem richtigen Studiendesign, das sich jedem Projekt individuell in enger Absprache mit dem Auftraggeber anpasst, ist es möglich, auch an kritische und private Insights der Zielpopulation zu gelangen, wie in diesem Fall an Vorlieben und Abneigungen im Sexualverhalten der Deutschen.